Krapfen & Kaviartourdata

Zillertaler Krapfen: Der Geruch meiner Kindheit!

Zillertaler Krapfen

Ich muss es leider zugeben: Mich verbindet mehr mit Bayern als mit dem Zillertal. Ich bin in der Nähe der bayerischen Grenze aufgewachsen und verbrachte dementsprechend auch mehr Zeit in Rosenheim oder in München als im Zillertal. Auch mein Name (Stegmayr) stammt eindeutig aus der Münchner Gegend. Dennoch bin ich vom Zillertal geprägt. Ich weiß immer noch, wie das Zillertal riecht. Der Geruch meiner Kindheit und meiner Jugend war auch der Geruch des Zillertals. Warum das so ist möchte ich euch hier erzählen.

Dazu möchte ich euch eine Frage stellen: Was ist eigentlich Heimat? Für euch und allgemein? Ich würde die Frage jedenfalls wie folgt beantworten: Heimat ist dieses ganz bestimmte Gefühl. Ganz bestimmte Orte, ganz bestimmte Klänge und ganz bestimmte Gerüche. Ich kann mich heute noch daran erinnern, wie es sich anhörte, wenn die Tür meines Kinderzimmers ganz leise quietsche.

Zillertaler Krapfen
Zillertaler Krapfen

Ich erinnere mich noch klar und deutlich daran, wie die Schritte meiner Mutter klangen, wenn sie sich in der Früh von der Küche her näherte um mich aufzuwecken. Ich weiß, wie der Radio klang, der in unserem Wohnzimmer stand.

Ich erinnere mich außerdem noch daran, wie es am Sonntag immer roch. Dann, wenn mein Vater kochte. Das war etwas Besonderes. Vor allem weiß ich noch, dass er eine ganz besondere Spezialität kochte, wenn er sich an den Herd und in die Küche wagte: Zillertaler Krapfen!

Zillertaler Krapfen
Zillertaler Krapfen

Das waren ganz besondere, heimelige Tage. Meine Mutter war entspannter als normalerweise. Sie hatte an diesem Tag quasi frei. Auch das Frühstück machte mein Vater. Sie nutzte diese Zeit um länger als gewöhnlich zu schlafen, dann ganz entspannt aufzustehen und ein Stück spazieren zu gehen.

Währenddessen werkelte mein Vater in der Küche. Ich wusste, dass bald seine herrlichen Zillertaler Krapfen auf dem Tisch stehen würden. Die Speise, von der ich so viel verdrücken konnte wie von sonst nichts. Langsam drang dann der Geruch aus der Küche, nach Topfen und vor allem nach Graukäse. Bald würde es so weit sein. Die Zillertaler Krapfen dann auf dem Tisch: Ein Hochgenuss. Eine eigentlich einfache, aber unendlich raffinierte Speise.

Die Zillertaler Krapfen: Für mich immer noch nicht wegzudenken…

Später merkte ich dann, dass Zillertaler Krapfen nicht so selten und kostbar waren, wie ich angenommen hatte. Sie wurden nicht nur von meinem Vater zubereitet, als Kostbarkeit und als Seltenheit, sondern sie fanden sich auf so gut jedem Zeltfest im Tiroler Unterland. Die Qualität schwankte, der Geschmack erinnerte mich aber stets an meine Kindheit. Ich habe in meinem Leben wohl schon eine Unzahl an Zillertaler Krapfen verdrückt. Und das ist auch gut so!

Zillertaler Krapfen
Zillertaler Krapfen

Später hatte ich dann eine These: Man muss an die Wurzeln zurückkehren. Dahin, wo die Zillertaler Krapfen eigentlich herkommen. Dahin, wo es wirklich authentisch zugeht. Dort, im Zillertal. Und so wurde im Laufe der Zeit das Zillertal nicht nur zu einer Region, aus der eines meiner absoluten Leibgerichte stammte, sondern auch zu einem Sehnsuchtsort.

Ich hatte stets das Gefühl, dass es dort, wenn man nur ein bisschen suchte, echter, authentischer und warmherziger zuging. Und ich aß im Laufe meiner Zeit dort immer die allerbesten Zillertaler Krapfen. Vielleicht auch deshalb, weil diese Spezialität am besten dort schmeckt, wo sie eigentlich herkommt. In dem richtigen Restaurant mit dem richtigen Blick auf die Landschaft ist das schon eine sehr feine und schmackhafte Sache.

Aber natürlich könnt ihr euch auch den Geschmack des Zillertals nach Hause holen. Es gibt zahlreiche Rezepte für Zillertaler Krapfen im Internet.

5

Kommentare sind geschlossen.