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Was sind eigentlich Zillertaler-Doggln?

Zillertaler Doggln

Wir waren nicht schlecht erstaunt, als wir erfuhren was „Zillertaler-Doggln“ sind!

Auf dem Hotel-Newsletter wurde uns mitgeteilt, dass wir bestes Wetter für einen Ausflug auf das Spieljoch erwarten durften. Jede Menge nützlicher Informationen waren zu finden und ein Programmhinweis stach uns besonders in Auge: Unmittelbar nach dem Abendessen wurden uns „Zillertaler Doggln“ angekündigt – die man auch probieren konnte! Um uns nicht als absolut Ahnungslose zu outen, ersparten wir uns, nachzufragen was denn „Zilleraler Doggln“ seien! Die familieninterne Diskussion endete damit, dass wir uns einig waren, dass es eine traditionelle Zillertaler Köstlichkeit sein wird und da wir wussten, dass die Zillertaler gerne sehr deftig essen, entschieden wir uns beim Abendessen das leichtere Menü mit viel Gemüse zu wählen.

Zillertaler Doggln
Zillertaler-Doggln

Der Tag am Spieljoch ging mit vielen Eindrücken zu Ende und wir gingen in unser Hotel: „Grias enk! Habt`s es schian g`kobt?“ begrüßte uns die nette Zillertalerin an der Rezeption. Etwas ungeschickt erwiderten wir : „Ja grias dich – es war wunderscheen!“ und begaben uns auf unsere Zimmer (wie gesagt – unsere halbwüchsigen Youngsters hatten ihr eigenes Zimmer – was unserer Ehe im Urlaub sehr entgegen kam) um uns für das Abendessen, und anschließend die Zillertaler Doggln, schick zu machen. Am Eingang zum Speisesaal begrüßte uns der Wirt mit den Worten: „Und? G`fallt`s enk bei ins? Wenn`s wellts gemma amol mitnanda insre Schof fuattang! Aber iatz essts amol was Gscheits!“

Irgendwie war uns klar, dass dies eine nette Einladung war – irgendetwas mit Schafen zu machen – wir würden es noch herausfinden!

Das Abendessen war wiedermal sensationell – obwohl wir schon gerne den Lammbraten anstatt unseres Fitnessmenüs gegessen hätten – aber es kamen ja noch die traditionelle „Zillertaler Doggl-Spezialitäten“.

Was sind denn jetzt Zillertaler Doggln?

Nach dem alle gegessen hatten, kamen zwei junge Musikerinnen in den Saal – eine mit einem Hackbrett und die andere mit einer Geige und leiteten musikalisch die Präsentation von Zillertaler Doggln ein. Die Ansprache der Wirtin machte uns schlagartig klar: Es gibt nichts zu Essen, keine deftige, traditionelle Spezialität! Es gab die Präsentation von – ja genau – Hausschuhen – Zillertaler Doggln! Die erste tiefe Enttäuschung machte sich breit, die Kids befragten schon Mr. Google wo der nächste Fast-Food-Laden wäre und meine bessere Hälfte meinte, dass es mir nicht schaden würde und ich öfter ein Wellnessmenü bestellen könnte.

Zillertaler Doggln
Zillertaler-Doggln

Jedenfalls hatten wir nicht viel Zeit zum Nachdenken – Marion Hartl – wie sich die Dogglmacherin vorstellte präsentierte Hausschuhe und wir probierten das Traditionsprodukt aus dem Zillertal natürlich um nicht unangenehm aufzufallen. (Man muss hier festhalten, dass wir eigentlich amerikanische und italienische Marken-Hausschuhe anstatt Hausschuhe aus dem Zillertal bevorzugen).

Und dann hatte jeder von uns so ein Paar „Doggln“ an den Füßen! Die traditionellen Schuhe saßen wie angegossen und einmal hineingeschlüpft, möchte man sie gar nicht mehr ausziehen.

„Das Zillertaler Traditionsprodukt ist ein echter „Alleskönner“ – es wird im Haus ebenso getragen wie im Garten oder sogar zum Rodeln. Der Loden – und Walkschuh besteht aus bester Qualität und ist wetterfest. Deswegen eignet er sich auch für draußen. Praktischerweise ist die Spezial-Ausführung für den Schnee auch mit einer Gummisohle versehen.  Von der Sohle bis zur Borte werden feinste Naturmaterialien in liebevoller Handarbeit zum Doggl verarbeitet. Der Schuh besteht aus reiner Wolle. In der Naturfaser ist der Fuß warm gebettet, prägt seine Form in die weiche Sohle ein und bleibt gleichzeitig trocken.“ – so wurde das Schuhwerk aus dem Zillertal von der „Dogglmacherin“ Marion Hartl vorgestellt.

Eine Überraschung gab es dann noch, als unser Sohnemann von Hunger geplagt ein „Wiener Würstl“ bestellen wollte: Der Wirt fragte uns ob wir zuwenig zum „Nochtal“ erlangt hatten – Wir wussten zwar nicht was er mit „Nochtal“ meinte, sagten vorsichtshalber „Ja“ und es wurde uns eine Portion des leckeren Lammbratens serviert. (Nochtal = Abendessen!)  

Autor: Kris Heinrichsen
Fotos: Zillertaler Doggln

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