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Unterwegs am Spieljoch: Klettern leicht gemacht!

Klettern am Spieljoch

Nein, Abenteurer sind wir wirklich keine. Aber auch keine Stubenhocker. Vielleicht irgendetwas dazwischen. Möglicherweise sind wir einfach Kinder unserer Zeit: Ein wenig ungeduldig. Wir wollen immer alles gleich haben. Das Abenteuer muss uns quasi auf dem Silber-Tablett angeboten werden. Wenn wir dazu zu weit fahren, gehen oder wandern müssen, dann sind wir schnell genervt. Zum Glück gibt es das Spieljoch, wo einem das Abenteuer komprimiert und auf den Punkt gebracht serviert wird. Vor allem klettern, da waren wir uns nach kurzer Zeit schon sicher, wäre was für uns.

Es ist einfach so. Es geht einfach nicht. Den ganzen Tag zuhause rumsitzen und Mensch-Ärgere-Dich-Nicht mit den Kindern spielen während draußen die Sonne penetrant vom Himmel scheint ist nicht die Lösung des akuten Freizeitproblems am Wochenende. Vielleicht sind wir alt und ein wenig gemütlich geworden, unsere Kinder sind es aber naheliegenderweise (noch) nicht.

Beim Frühstück merkte unsere Tochter an: „Mama, ich will bald das ganz große Abenteuer erleben.“ Die Frage, ob die letzte Runde des Kartenspiels „Uno“ nicht Abenteuer genug gewesen sei verkneiffen wir uns. Wir hatten den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Wir mussten raus.

Klettern, Spielplatz, Wandern und was weiß ich noch alles sollten in diesem Abenteuer inkludiert sein. Wir ließen uns nämlich nur ungern etwas von unserer Tochter vorhalten. So fiel die Entscheidung schnell: Wir mussten ins Zillertal. Mit der Panoramabahn Geols rauf aufs Spieljoch, das sich ja so sehr mit Familienfreundlichkeit rühmt.

Klettern am Spieljoch – hier wartet das ganz große Abenteuer! 

Gesagt, getan. Ab ins Auto, notdürftig ein paar Sachen gepackt. Wer weiß, vielleicht würden wir sogar wandern gehen. Wenig später: Wir im Zillertal, wir in Fügen, bald in der Gondel und bald am Spieljoch. Was uns auffiel: Das war unser Ort! Das Spieljoch ist kein Ort der langen Wege, sondern der Komprimierung!

Hier werden möglichst viele Dinge auf überschaubarem Raum geboten. Und wandern und weiter gehen konnte man dann immer noch. In Sichtweite war aber bereits einiges geboten: Ein Spielplatz, ein Barfußweg, ein Klettergarten, ein FlyingFox.

Klettern am Spieljoch
Klettern am Spieljoch

Diese Übersichtlichkeit und diese, nennen wir es mal so, Verdichtung der Möglichkeiten gefiel uns. In wenigen Meter kamen wir zu einem Gipfelkreuz, während über uns Menschen sich via Flying Fox hinwegschwangen. Idylle, Abenteuer und eine Unzahl an Möglichkeiten in einer überaus harmonischen Symbiose.

Aber wir waren in diesem Fall auf der Suche nach nur einer Sache: Dem großen Abenteuer, das sich unsere Tochter so sehnlich gewünscht hatte. Nur so viel: Wir wurden schnell fündig. Es wurden Schnupper-Kletterkurse angeboten, ganz in der Nähe. Schnell war sie in Kletter-Montur, bald schon angeseilt und schnell war auch ein kompetenter junger Mann an ihrer Seite, der ihr die Welt des Klettersports vorab ein wenig näher brachte.

Ein paar Hinweise später hing sie auch schon in der Wand! Sie legte los. Ganz so, als ob sie schon lange auf diese Chance gewartet hatte. Wie der sprichwörtliche geölte Blitz kletterte sie höher und höher. Natürlich erst einmal beaufsichtigt und unter perfekter Anweisung.

Ihr Tempo und ihre Begeisterung schienen uns zu sagen: „Mama, Papa, endlich darf ich das große Abenteuer erleben und endlich muss ich nicht mehr stundenlang Mensch-Ärgere-Dich-Nicht mit euch spielen!“ Wir waren zugleich froh, dass sie das erhoffte Abenteuer gefunden hatte und auch irritiert, dass wir bisher in Sachen Freizeitgestaltung offenbar ein paar Dinge falsch gemacht hatten.

Wir waren uns bald sicher: Klettern, das war etwas für sie. Und auch für uns! Ein wenig Abenteuer würde auch uns nicht schaden. Bei einer hervorragenden Jause vom Kiosk unweit des Klettergartens beschlossen wir, dass wir bald wieder kommen würden. Und dass wir uns dann ebenfalls, wie unsere Tochter, in die Kletterwand wagen würden. Auch uns hatte die ganz große Abenteuerlust gepackt. Wir fühlten uns gleich ein paar Jahre jünger. Danke Spieljoch!

Fotos: Markus Stegmayr

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