Krapfen & Kaviartourdata

Törggelen im Zillertal

Törggelen beim Goglhof im Zillertal

Das „Törggelen“ findet seinen Wurzeln im schönen Südtirol, wo es auch als die 5. Jahreszeit gilt. Der klingende Name nimmt seinen Ursprung nicht – wie von manchen bösen Zungen behauptet – von „torkeln“, sondern aus dem lateinischen „torculus“ – die Weinpresse.

Nach der Weinlese luden die Weinbauern Arbeiter und Helfer traditionell zu einem Mahl – neben hofeigenen Produkten, wie Speck und Roggenbrot, wurden auch Kastanien und Nüsse gereicht, und der junge Wein verkostet – somit war die Tradition des Törggelens geboren.
Auch bei uns im Zillertal werden Brauchtum und Tradition ja erwiesenermaßen groß geschrieben; und wenn die Arbeit getan ist, die Tage kürzer werden und Wolken über den Berggipfeln hängen, laden viele Gasthöfe in der Ferienregion Fügen-Kaltenbach zu gemütlichem Beisammensein in illustrer Runde ein. So hat das Törggelen wohl seinen Weg ins Zillertal gefunden.

Keineswegs darf man denken, dass Törggelen nur aus einer Jause und über offenem Feuer geröstete Kastanien besteht.

Wir haben nach einer kurzen Wanderung zum Marienberg und von dort weiter auf den Fügenberg den Gasthof Goglhof für euch besucht. Die Bewegung an der frischen Luft macht hungrig – schnell noch den Ausblick genossen und schon ging’s nach einem herzlichen Empfang rein in die gemütliche Atmosphäre des traditionellen Gasthofs.

Ein Blick auf’s Menü

5 oder 7 Gänge umfasst das Törggelen am Goglhof – klingende Namen wie „Herbstzeit“ und „Blätterrauschen“ findet man auf der Karte. Wir entscheiden uns also für das komplette Menü und starten mit gemischten Aufstrichen und warmem Bauernbrot aus dem hauseigenen Backofen.

Törggelen im Zillertal beim Goglhof

Gefolgt von einer Zillertaler Graukassuppe oder einer deftigen Gerstlsuppe und Zillertaler Krapfen. Zwischendurch schauen wir dem Küchenchef bei der Zubereitung über die Schultern und erfahren, dass vorwiegend regionale Lebensmittel von Lieferanten aus der Umgebung verarbeitet werden.
Der Hauptgang besteht aus einer gemischten Platte mit Rippelen, Selchfleisch, Würsten, Sauerkraut und Knödeln.

Eigentlich sind wir bereits alle satt – trotzdem verzichtet niemand auf die Speck– und Käseplatte, die nun serviert wird. Als krönenden Abschluss des Törggele-Menüs sind wir noch einmal vor die Wahl gestellt: süße Krapfen, Kichl, … wir gönnen uns noch die Apflradln mit Vanillesauce und natürlich Kastanien, Nüsse, Mandarinen und Groiggn.
Und als Abschluss oder auch zwischendurch darf natürlich ein Schnapsl nicht fehlen :-) Zum Beispiel ein „Zichna“, ein Zirbenschnaps oder ein klassischer Obstler.

So geht Törggelen auf „Zillertalerisch“!

Gut gesättigt, aber nicht komplett überessen (was beim Törggelen immer gefährlich ist), geht es im Dunklen den Berg hinunter. Die Nacht ist so hell, dass wir auf der Forststraße auch ohne unsere mitgebrachten Stirnlampen ausreichend sehen. Wir sind uns jedenfalls einig: Es sind genau diese spontanen Ausflüge mit gutem Essen und in der Natur, die man viel öfters machen sollte!

 

0