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Ski fahren ist schön, am Essen wird´s gemessen

Hütten-Hopping geht so: Ski fahren, einkehren. Ski fahren, auf der Terrasse rasten. Etwas länger Ski fahren und nochmals essen. Nur mehr kurz Ski fahren, Apres Ski.

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Titel Geolsalm Spieljoch

Ihr Auftrag, Vil Joda: Hütten-Hopping am Spieljoch in Fügen-Kaltenbach, auf Skiern von Alm zu Alm und dabei reinhauen. Kann denn Essen Sünde sein? Nein! Für euch habe ich die Geolsalm, Bergstation, Kohleralmhof und DIE Skihütte besucht; Essen hoch 4. Ich in begeistert, voll zufrieden und zufrieden voll.

Das Glück liegt auf der Piste

Ich als Gourmet und Pistenflitzer kann mich nie entscheiden, in welche Hütte ich mich nach ein paar Schwüngen setzen soll. Glück oder Pech? Glück sei das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben. So sagte es einst eine Schriftstellerin. Sie liegt falsch, ganz falsch. Am Spieljoch habt ihr Glück, pures Glück, wenn ihr von den Pisten direkt in die Hütten schwingt und euch Gutes tut: Kasspatzeln, gegrillte Ripperl, Kaspressknödel oder ein Almburger sind nur einige der lukullischen Leckerbissen. Auch wenn’s Ski fahren danach schwerer fällt, bereue ich kein Stück(chen). Nun aber Vorhang auf für die Hütten im Skigebiet Spieljoch im Zillertal.

Geolsalm – rauchfrei abseits des Trubels

„Bei uns gibt’s keine Musik, keinen Krawall. Apres Ski will niemand mehr“, ist sich Wirt Hans Sporer sicher, der mit seiner Frau Geli und seinen 2 Kindern die Geolsalm im Sommer und im Winter führt. „Fertigprodukte bieten wir keine an, das Meiste ist selbstgemacht, die Karte klein, dafür alles frisch.“ Hier oben ist es idyllisch ruhig. Vor 6 Jahren war die romantische Hütte ein Geheimtipp unter Einheimischen. Heute kennt sie jeder Escapist, der außerdem rauchfreien Frieden in den Bergen sucht. Aber Vorsicht: Zur Hütte geht’s nur über eine schwarze Piste.

Wirtsleute: Geli und Hannes Sporer
Spezialitäten: Kasspatzln und Kaspressknödelsuppe
Lage: Abfahrt 3 und 3a, vom Onkeljoch bzw. Spieljoch (schwarze Piste)

Bergrestaurant Spieljoch – schnell und gut

Skirestaurants gelten als Massenabfertigung; ganz anders das Gourmetrestaurant Spieljoch: Chefkoch Georg war zuvor im renommierten Gradonna in Osttirol und wirkt hier oben seit der Eröffnung der Spieljochbahn. „Ich arbeite nicht mit Convenience, alle Produkte stammen aus der Region, unsere Schnitzel werden in Butterschmalz herausgebacken“, beschreibt Georg seine Philosophie. Zur Currywurst gibt’s sogar selbstgemachte Sauce. „Jeder, der schnell etwas Gutes möchte, kommt zu uns.“ So stelle ich mir ein Skirestaurant vor.

Wirt: Chefkoch Georg
Spezialitäten: Kaspressknödelsuppe, Currywurst mit selbstgemachter Sauce
Lage: Bergstation Spieljoch

Kohler-Almhof – das Burger-Gasthaus

In der neuen und urigen Holzstube serviert mir Chef Christian persönlich einen Alpenburger. „Wir sind ein Fixpunkt für Rodler, gemütliches Bedienungsrestaurant und bei Jugendgruppen sehr beliebt“, berichtet er. Auf der Karte finden sich ausreichend warme und kalte Gerichte und überdurchschnittlich viel Süßspeisen. Die Gaststube mit offenem Kamin  und großen Fenstern ist gemütlich. Irgendwie originell sind die Toiletten, die ihr euch selbst anschauen müsst. „Jeder findet unsere WC’s cool“, schmunzelt seine Mutter Jutta. Frauen, schaut ins Männer-WC und Männer, schaut ins Frauen WC. Es zahlt sich aus.

Wirtsleute: Christian und Jutta Heim
Spezialitäten: Alpenburger, Tiroler Gröstel und Süßspeisen
Lage: Mittelstation Spieljochbahn am Ende der Rodelbahn

Die Skihütte – einfach Aprés Ski

Wer es wirklich wissen will, der muss auf DIE Skihütte. „Jetzt trinksch amaol a kluans Bier“, empfiehlt mir der Herr hinter der Bar und serviert es mir prompt. Dabei hatte ich nur nach Stefan gefragt, der in der Küche auf mich wartet. Stefan freut sich über meinen Besuch und bestellt uns am Jägerstammtisch zwei Obstler. „Wir sind eine Partyhütte, die ab 15:00 Uhr etwas andere Musik spielt“, weiß der Hausherr zu berichten. Er komponiert und spielt sogar selbst: „Volkstümliche Musik. Isch jo klor!“ Die gegrillten Ripperl, die ich bekomme, tun mir gut, ich brauche sie dringend.

Wirt: Stefan Heim
Spezialitäten: gegrillte Rippen, Tiroler Knödelsuppe, Würstel aller Art, üppige Getränkekarte
Lage: Piste 1a und 4a an der Rodelbahn vom Spieljoch zur Mittelstation

Zwischen 4 Skihütten

Wer eine chillige Hütte sucht und Ruhe will, möge auf der Geolsalm einkehren. Habt ihr es eilig, weil ihr lieber Ski fährt, aber trotzdem gut essen wollt,  besucht ihr das Gourmetrestaurant am Spieljoch. Wer sich gerne bedienen lässt und auf Burger steht, kann guten Gewissens den Kohler-Almhof versuchen. Aprés Ski, Party und zünftige Jausen (Vespern) mit etwas anderer Musik schreit die Skihütte Namens Skihütte. Verhungern werdet ihr nirgends, verdursten auch nicht. Viel Spaß, Mahlzeit immer dran denken: Ski fahren ist schön, am Essen wirds gemessen.

Fotos: Vil Joda.

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