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Die SichtBar in Fügen: Auch das ist Kultur im Zillertal!

Binderholz in Fügen

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogbeitrages. Bitte probiert es einfach einmal aus. Quasi als Selbstversuch. Schließt die Augen und denkt daran, was ihr mit dem Zillertal und der Kultur in diesem schönen Tal verbindet. Welche Bilder rauschen euch durch den Kopf? Sind es Bilder von und mit Trachten, Almabtrieben, volkstümlicher Musik und Heimatabenden?

Bei mir jedenfalls schon. Und ich bin fast sicher, dass es einigen von euch ebenso geht. Dagegen ist ja auch gar nichts zu sagen. Denn dafür steht das Zillertal zu einem großen Teil auch! Aber es gibt auch noch Kultur im Zillertal, die nicht ganz in diese Schublade passt, die aber dennoch nicht mit den Traditionen und mit der Geschichte des Zillertals und Tirols bricht. Davon soll hier die Rede sein.

Wie gesagt. Auch ich hatte obige Bilder im Kopf, wenn ich an das Zillertal dachte. Diese Bilder hielten sich hartnäckig auch dann noch, als ich das Zillertal besser kennen lernte. Das Zillertal war und ist ein Ort der Kulinarik, der Volksmusik und vor allem der volkstümlichen Musik. Daneben gibt es aber noch Orte, an denen Tradition und Volksmusik neu gedacht wird. Einer dieser Ort ist die SichtBar bzw. das Feuerwerk in Fügen.

Feuerwerk Sichtbar Ausstellungsraum
Feuerwerk Sichtbar Ausstellungsraum

Und genau dorthin verschlug es mich kürzlich, nachdem mir eine Bekannte davon erzählt hatte, dass dort immer wieder sehr feine Konzerte veranstaltet würden, die auch über die Region hinaus einiges an Resonanz erfahren hatten. „Neue Volksmusik“ gäbe es da, auch einiges, das in Richtung Jazz ginge. Jazz werde dort aber nie verstanden als rein akademische Übung, sondern als ein Verfahren, das sich die „Neue Volksmusik“ quasi aneignete, um Traditionen, Heimat und musikalisches Material neu zu denken, anders zu formulieren und mit einer gesunden Portion Innovationsgeist weiter zu entwickeln.

Auch wenn sie sich manchmal ein wenig kompliziert ausdrückte war ich neugierig geworden. Kurzerhand kontaktiere ich Gerhard Angerer, den Leiter des „Feuerwerk“ und der SichtBar. Schnell fand ich außerdem heraus, dass es Binderholz war, die sich diese feine und kulturell hochwertige Sache leistete. Nicht übel, dachte ich mir. Auch das Wort „vorbildlich“ kam mir in den Sinn.

Klar, Kunst und Kultur tragen immer auch zum Imagegewinn bei. Aber letztlich ist es doch wunderschön, wenn ein erfolgreiches Unternehmen auch einen Sinn für die schönen Künste hatte und sich den Luxus leistete, nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen sondern darüber hinaus Ort der künstlerischen Begegnung zu sein.

Feuerwerk Ausblick Balkon Sichtbar
Binderholz Fügen

Mein Besuch in der SichtBar – Ein beeindruckender und vielseitiger Ort! 

Am Freitag um 16:00 traf ich in Fügen beim „Feuerwerk“ ein und wurde gleich überaus freundlich von Gerhard Angerer, dem Leiter des „Feuerwerk“, begrüßt. Von Anfang an war ich begeistert von der Vielfalt dieser Location. Auch die Verbindung von Feuerwerk, SichtBar und Binderholz wurde mir schnell klar. „Feuerwerk“ ist die gesamte „Holz-Erlebniswelt“, die SichtBar die dazugehörige Gastronomie und Veranstaltungslocation. Hinter all dem steht Binderholz, das sich diese schönen Räumlichkeiten und dieses schöne Konzept leistet.

Gerhard Angerer führte mich durch die Räumlichkeiten. Ganz am Eingang fanden sich bereits einige schöne Produkte aus Holz, die käuflich zu erwerben waren. Weiter hinten erlebte ich gleich den Sprung vom Kunsthandwerk zur Kunst: Eine kleine Galerie mit wechselnden Ausstellungen war dort zu finden. Noch ein paar Schritte weiter fand sich dann auch schon einen Raum, der immer mal wieder für Konzerte und sonstige Veranstaltungen genutzt wird.

Weiter ging es mit dem Lift rauf zur SichtBar, die nicht nur einen bemerkenswerten Ausblick, sondern auch einen wunderschönen Veranstaltungsraum bietet. Hier spielten bereits Herbert Pixner und einige andere bekannte Musiker. Angerer betonte, dass ihm die hohe Qualität der Veranstaltungen wichtig sei. Schließlich sollen die Gäste wissen, was sie bekommen. Schwankendes Niveau und Beliebigkeit, das merkte ich auch schnell im anschließenden Gespräch, waren seine Sache nicht.

Feuerwerk Sichtbar Gastronomie
SichtBar Fügen

Vielmehr hatte es ihm tatsächlich die sogenannte „Neue Volksmusik“ angetan, obwohl wir uns einig waren, dass es den Zusatz „neu“ eigentlich gar nicht bräuchte. Notwendig sei dieser aber dennoch, weil man sich von der sogenannten volkstümlichen Musik abgrenzen wolle. Zu Recht, wie ich denke. Nicht weil diese per se schlecht war, sondern weil es im Zillertal bereits viele Ort gibt, an denen sich diese hören und erleben ließ. Hier im „Feuerwerk“ und in der SichtBar hingegen regiert die „Neue Volksmusik“, die auch immer wieder mal gerne mit einer anständigen Brise Jazz vermengt wird.

Dabei ist vor allem interessant, dass in dieser Hinsicht nicht mit der Tradition der Volksmusik gebrochen wird. Eher wird diese neu, aufregend und frisch präsentiert. Ein Konzept jedenfalls, das ich für sehr tragfähig halte und als eine Bereicherung für das Zillertal einschätze. Auch die Gäste der Region sind dabei natürlich herzlich eingeladen, sich etwas „andere“ Kultur und Musik anzuhören. Das genau Programm findet sich HIER.

Zuletzt machte ich eine Führung mit und erlebte die komplexen Prozesse der Bearbeitung von Holz. Überaus ansprechend aufbereitet, hochinteressant und definitiv empfehlenswert. Mehr als nur ein Schlechtwetterprogramm.

Man merkt es schon. Mich hat das „Feuerwerk“ nachhaltig beeindruckt. Auch weil es belegt, wie vielfältig das Zillertal in Sachen Kultur eigentlich ist!

Fotos: Markus Stegmayr

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