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Der Zauberteppich in Fügen: Der Beginn einer wunderbaren Karriere

Der Zauberteppich beim Hotel Kohlerhof

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Ich bin sicher, ich könnte noch viele Volksweisheiten und Sprüche finden, die belegen, wie wichtig es in Tirol ist, früh mit dem Skifahren zu beginnen. Ich kann aus eigener Erfahrung sprechen! Meinen Kindern sollte es später einmal besser gehen als mir. Deshalb war auch klar: Spätestens wenn unsere Kinder drei Jahre alt sind, wird geübt, geübt, geübt.

Der Zauberteppich in Fügen beim Hotel Kohlerhof
Der Zauberteppich in Fügen beim Hotel Kohlerhof

Ich sage ja nicht, dass mich meine mangelnden oder kaum vorhandenen Skifahrkünste in Tirol zum Außenseiter gemacht haben. Aber ein wenig Schuld daran ist das schon. Ich packe im Winter nicht sofort beim ersten Schneefall meine Skier und komme erst am Abend wieder zurück. Ich rede nicht mit Menschen über die Ergebnisse „unserer“ Skifahrer und interessiere mich ganz generell kaum für die Bretter, die hier in Tirol für so viele die Welt bedeuten.
Wer in Tirol, noch dazu als gebürtiger Tiroler, nicht Ski fährt, kann nur wenig mitreden, wenn es um das „Eine“ im Winter geht. Das macht einen einsam. Irgendwie traurig. Zu einem „Outlaw“. Zu jemanden, der sich mit dem Mainstream im Tirol-Diskurs im Winter ziemlich schwer tun wird.

Es ist wohl ein wenig ähnlich, als wenn die Eltern in Tirol nicht Weihnachten feiern würden und folglich ihr Kind als „Außenseiter“ und „Irgendwie anders“ stigmatisiert würde. Die Frage, warum man denn nicht Weihnachten feiert würde dann vom Kind mit „weil meine Eltern nicht an Gott und Jesus glauben“ beantwortet werden. Irgendwie insgesamt eine eher unbefriedigende und einem Kind nicht zuzumutende Antwort. Dann doch besser ein bisschen religiös und Weihnachten feiern. Schließlich ist das Teil unserer kulturellen Identität.

Übertreibe ich ein wenig wenn ich Skifahren mit Religion vergleiche? Ich denke nicht. Oder nur ein wenig. In Tirol gleicht Skifahren jedenfalls einer Religion. Und ein Kind, das in der Schule zugeben muss, dass es noch nie auf Skiern gestanden ist wird es wohl eher nicht leicht haben.

Unsere Tochter und ihre Karriere im Ski-Sport: Danke Zauberteppich!

Der Zauberteppich in Fügen beim Hotel Kohlerhof
Der Zauberteppich in Fügen beim Hotel Kohlerhof

Vorbeugend packten wir unsere Tochter, 3,5 Jahre alt, in unser Auto und fuhren ins Zillertal. Nach Fügen. An die Talstation Spieljoch. Dort war, so wurde uns versprochen, ein „Zauberteppich“, der sich bestens dazu eignete den Kleinsten erste Schritte auf den Skiern zu ermöglichen.

Hier standen möglicherweise die Weltmeister von morgen zum ersten Mal auf ihren Skiern. Hier wurden aber zumindest Kinder dazu erzogen, dass sie später einmal, wenn es um Wintersport und Skifahren ging, mitreden konnten. Sie sollten wissen, warum diese Bretter in Tirol so wichtig waren. Und dass Skifahren zwar Spaß machte, aber dass es damit auch noch wesentlich mehr auf sich hatte. Sie sollte sich hier, bei allem Spaß und bei aller Freude, bewusst werden, dass es hier auch um eine ernste, wichtige Sache ging.

Der Zauberteppich in Fügen beim Hotel Kohlerhof
Der Zauberteppich in Fügen beim Hotel Kohlerhof

Wenige Augenblicke später stand sie auch schon auf Skiern. Auf dem Zauberteppich. Und wagte ihre ersten „Schwünge“ im Schnee auf der Übungspiste. Sie stellte sich, von wegen Apfel und Stamm, Gene usw. viel geschickter an als erwartet.

Es gab somit Hoffnung, dass sie es später besser haben würde. Sie würde später, wenn es um das Skifahren ging, mitreden können. Nach der dritten „Abfahrt“ war ich so gut wie sicher. Danke Zillertal, danke Fügen, danke Zauberteppich!

Fotos: Apollomedia Redakion

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