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Das Zipfelbobrennen in Fügen: Die volle Berichterstattung.

Der Zipfelbob ist mitunter eines der spaßigsten Winter-Accessoires, das man im Zillertal finden kann. Grund genug dem kleinen, roten Flitzer ein eigenes Rennen in Fügen zu widmen.

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Zipfelbob Foto: Kristina Erhard

Zugegeben, die Wortwahl ist brachial. Dennoch: Der Zipfelbob ist mitunter eines der spaßigsten Winter-Accessoires, das man im Zillertal finden kann. Grund genug dem kleinen, roten Flitzer ein eigenes Rennen in Fügen zu widmen. Jeden Mittwoch ab 20:00 Uhr heißt es dann auf der Übungswiese bei der Spieljochbahn: Freie Fahrt für das Zipflbob Night Race! Und wem das noch nicht genug ist, der darf sich von DJ Tommay noch zusätzlich einheizen lassen. Und so viel sei gesagt: An diesem Abend gewinnt nicht nur der Schnellste.

Das kleine 1×1 des Zipfelbobs.

Der Zipfelbob (Foto: Kristina Erhard)
Der Zipfelbob wurde 1969 erfunden – nachdem Generation von Kindern Kohleschaufeln als Bob benutzt hatten.

Gut 50 Jahre ist es her, da wurde der Zipfelbob erfunden. Als Vorlage diente die Kohleschaufel, die den Generationen zuvor schon als kleiner Bob gedient hatte. Dazumal heizte man in den Alpentälern noch mit Holz und Kohle, die Schaufel gehörte deswegen zur Standardausrüstung eines jeden Kohlekellers. Um dem Absägen des Stiels jedoch ein für alle Mal ein Ende zu bereiten, fassten sich Johann Uttenthaler und Siegmund Loeger 1969 ein Herz und produzierten den ersten „serienmäßigen“ Zipfelbob. Knapp 30 Jahre sollte es dauern, da wurde 2002 mit der internationalen Zipfelbob World Series ein Rennen nach FIS-Grundlagen ins Leben gerufen. Den aktuellen Geschwindigkeitsweltrekord im Zipflbobrennen hält mit 157,34 km/h immer noch der Pitztaler Frederik Eiter. Wer selbst schon mal auf einem Zipfelbob die Piste „downhill“ gerast ist, weiß, dass diese Geschwindigkeit äquivalent einem Ferrari in der Formel 1 – Zielgeraden entspricht. Chapeau dem mutigen Fahrer, den Lesern sei hier zur Vorsicht geboten. Es wird, wie bei beinahe allen Wintersportarten, ein Helm und weitere Protektoren angeraten.

Mittwoch, 20 Uhr in Fügen.

 Als die Stunde neunmal schlägt.

Um kurz vor neun Uhr Abends steigt die Stimmung rund um den Start des Zipflbob Night Race an. Mehr als 30 Leute aus aller Herren Länder haben sich für das Rennen angemeldet und warten mit Startnummer und Zipfelbob versehen gespannt auf den Startschuss. Für diesen ist Moderator Tommay zuständig. Seines Zeichens ein bayerisches Urgestein mit Zillertal-Faible. In der Zielgerade sitzt mit ernster Miene der Zeitnehmer, immerhin zählt jede Millisekunde.  Tommay gibt das Startzeichen: Das Zipfelbobrennen ist eröffnet.

Die Übungswiese an der Spieljochbahn (Foto: Kristina Erhard)
Auf der Übungswiese an der Spielhochbahn fällt um neun Uhr Abends der Startschuss für das Zipflbob Night Race.

Ob jung oder alt, Frau oder Mann, aus dem Ort oder von weit her: Auf der Übungspiste sind alle Menschen gleich. Ein Mix aus Technik und Waghalsigkeit wird am Ende den Sieger küren. Dazu werden zwei Durchgänge gefahren. Sieger ist der Teilnehmer mit der geringsten Zeitdifferenz von erstem und zweiten Durchgang. Es geht also nicht darum, der schnellste zu sein, sondern das technisch sauberste Rennen zu liefern. Eine Herausforderung, der sich alle Zipfelbob-Piloten mit größter Motivation und Fröhlichkeit stellen.

And the winner is…

… die gesamte Renntruppe dieses ersten Zipflbob Night Race in Fügen. Zwar werden Pokale für die ersten drei Plätze vergeben, man ist sich allerdings einig, dass auch Tommay einen Pokal für die beste Moderation verdient hat. Und der Tourismusverband für die reibungslose Organisation und Startnummern-Ausgabe, sowie die Skischulen für die punktgenaue Zeitnehmung. Eigentlich ist es ganz einfach. Gewonnen haben alle, die am Rennen teilgenommen haben. Der Preis: Eine fröhliche Erinnerung an einen winterlichen Abend in Fügen.

Tourismusverband Fügen-Kaltenbach (Foto: Kristina Erhard)
The Winner takes it all. Nicht nur: Im Zillertal ist Dabeisein alles.

Das Zipflbob Night Race findet jeden Mittwoch ab 20:00 Uhr auf der Übungswiese bei der Spieljochbahn statt. Die Teilnahme ist kostenlos, mitmachen kann jeder. Mehr Informationen finden Sie hier.

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