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Alpinpolizei – Freund und Helfer am Berg und auf der Piste

Alpinpolizei

Mit den Skiern oder dem Klettergurt in den Dienst, spektakuläre Hubschrauberflüge in die Berge, ein Arbeitsplatz in der freien Natur und natürlich viel Action. Klingt nach einer vielversprechenden Jobbeschreibung. Ganz so geht es bei der Alpinpolizei natürlich nicht zu.

Das Risiko der Berge nicht unterschätzen

Wo die Berge hoch und Outdooraktivitäten beliebt sind, leistet die Alpinpolizei eine wichtige Arbeit. Immer dann, wenn etwas nicht glatt geht und ein Bergunfall im Gelände passiert, werden sie gerufen.

Florian Bauernfeind leitet die Alpinpolizei im Bezirk Schwaz. Mit den Zillertaler Alpen, dem Karwendel und dem Rofan eine Region, die von wunderbar alpiner Landschaft geprägt ist und sowohl Einheimische als auch Touristen ins Freie lockt.

Wandern, Bergsteigen, Paragleiten, Mountainbiken, Kletteren und Klettersteige im Sommer. Skifahren, Skitouren und Rodeln im Winter. Aktivitäten die Spaß machen, aber auch ein gewisses Risiko für Bergunfälle beinhalten.

Sportlich sein und die Berge lieben

Die Alpinpolizei ist eine Spezialeinheit der Polizei. Wer hier arbeiten will, muss sportlich sein und die Berge lieben. Eine Spezialausbildung gehört natürlich dazu. Alpinist, Hochalpinist, Polizeibergführer und -skiführer lauten die Stufen. Intensive Schulung samt Prüfungen in Theorie und Praxis, der Einsatz in Fels, Eis, Schnee, das Erstellen von Lawinenprofilen, das schnelle Reagieren bei Bergunfällen zum Alltag.

Bei der Alpinpolizei ist kein Tag wie ein anderer

Florian Bauernfeind hat 1994 mit der Ausbildung zum Alpinpolizisten begonnen und ist seit dem Jahr 2011 Einsatzleiter in Schwaz. Die Arbeit ist abwechslungsreich. Was der Tag bringt, kann man bei Dienstantritt nie genau wissen. „Ein gewisses Risiko ist am Berg immer dabei“, so Bauernfeind. Nicht immer seien Ausrüstung und Tourenplanung der Sportler optimal. Der Alpinpolizist empfiehlt defensives Verhalten. Vor einer Skitour die Lawinensituation zu checken gehört selbstverständlich dazu. „Manchmal sieht man Spuren in Hängen, da kann man nur den Kopf schütteln. Da muss ein Schutzengel die Hände im Spiel haben“, glaubt Bauernfeind.

„Wir arbeiten eng mit der Bergrettung und anderen Organisationen zusammen. Als Alpinpolizisten sind wir vor allem für die Erhebungen und die Berichterstattung zuständig und bereiten Bergunfälle für die Staatsanwaltschaft auf“, schildert Bauernfeind. Auch Präventionsarbeit und Sensibilisierung durch Vorträge in Schulen und interne Kurse gehören zum Beruf.

Zwischen 15 und 25 tödliche Bergunfälle pro Jahr

Rund 1000 Bergunfälle pro Jahr bearbeitet die Alpinpolizei im Bezirk Schwaz jedes Jahr. Zwischen 15 und 25 davon enden tödlich. Ermittlungen bei Fahrerflucht auf der Piste gehören ebenso dazu wie die Untersuchung von Lawinenabgängen, Kletterunfällen oder Suchaktionen in den Bergen. „Wir arbeiten Bergunfälle bis ins Detail auf und lernen so bei jedem selbst etwas dazu. Das versuchen wir dann natürlich weiter zu geben.“

Alle Hände voll zu tun

Alpinpolizei
Florian Bauernfeind Leiter der Alpinpolizei.

Die Mannschaft im Bezirk besteht aus 14 voll ausgebildeten Alpinpolizisten. Im Winter kommen zwei weitere Kollegen dazu, die sich ausschließlich um Skiunfälle auf den Pisten kümmern. Während im Sommer normalerweise ein Beamter im Einsatz ist, sind es im Winter drei. Bei zwölf Skigebieten im Bezirk haben sie oft alle Hände voll zu tun.

„An ereignisreichen Tagen ergehen an die 25 Meldungen an die Alpinpolizei. Drei Leute sind normalerweise im Einsatz. Das bedeutet viel Arbeit. Bei schwereren Bergunfällen müssen weitere Kollegen nachalarmiert werden“, schildert Bauernfeind.

Die Alpinpolizisten versehen auch „normalen“ Polizeidienst. Florian Bauernfeind, Jahrgang 1969, arbeitet außerdem als Flugretter am Standort Innsbruck. Er hat in seinem Einsatzleben schon Vieles gesehen. „Es gibt Dinge, die vergisst man nicht. Für mich sind das besonders jene Einsätze, die glimpflich ausgehen“, sagt der Alpinpolizist.

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